Fremdschämen für Einsteiger

Es ist dieser Tage nicht immer einfach, bei der morgentlichen Zeitungslektüre den eigenen Kaffeebecher nicht vor Schreck über die Tastatur zu kippen, weswegen meine Tasse jetzt ab sofort auch einen Mundschutz bekommt, um Schlimmeres zu verhindern. Es ist auch wirklich nicht fair vom Magazin der Stern, dass sie ganz heimlich und ohne Triggerwarnung von Boulevard direkt auf Hofberichterstattung der Regierung umgeschaltet haben. Und so musste ich völlig unvorbereitet heute diese Zeile lesen: Bevor Sie sich jetzt den Text antun, wovor ich ausdrücklich warne, gebe ich hier eine kurze Zusammenfassung in einer Versform, die zumindest jenen bekannt vorkommen dürfte, die sich…

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Twitterblüten

Wenn der Begriff #Vollpfosten eine ganz neue Dimension erhält. https://t.co/sk0LRRNzLQ— Birgit Kelle (@Birgit_Kelle) April 22, 2020

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Jakob, Jubelperser und Ich – Oder: ein Leben im Öffnungsdiskussionsorgien-Modus

Ob ich jetzt zum Jubelperser von Jakob Augstein werde, erreichte mich vor wenigen Tagen die Frage von einem geschätzten Kollegen, nachdem ich bei Twitter kundgetan hatte, dass ich mich langsam zu einem Fan des linksintensiven Verlegers und Hobbygärtners Augstein entwickle, weil er wie kein anderer Kollege in den Medien von Anfang an und beharrlich die Frage der eingeschränkten Bürgerrechte gebetsmühlenartig in die Diskussion trägt. Glauben Sie mir, mein verwirrendes Augstein-Groupieverhalten macht mir selbst mehr Sorgen, als es anderen machen sollte. Deswegen auch meine Erkenntnis, dass diese Corona-Krise ein echt gefährliches Ding sei. Schon als ich mich zu Beginn der angeordneten…

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Auferstehung ganz ohne Genehmigung

Beschimpfung, Frust und Segen – zusammengefasst sind das die Reaktionsvarianten, die extrem zahlreich auf meinen Blog zur geschlossenen Kirche auf verschiedenen Wegen bei mir ankamen. Lassen wir die üblichen Kirchen-Bashing-Kommentare bei Twitter weg. Menschen, die sich noch nie mit dem Glauben befasst haben, sondern immer nur draufhauen, egal wo Kirche draufsteht und egal zu welchem Anlass, sind nicht satisfaktionsfähig. Fast scheint es, als seien manche von ihnen frustriert gewesen, dass sie nicht wie sonst alljährlich gegen das Tanzverbot am Karfreitag vorgehen können und nun gar nicht wissen wohin mit ihrem Kirchenhass angesichts eines Tanzverbotes, das ganz profan durch einen Virus…

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Church, where have you gone?

(This is the English translation of my Blog "Kirche wo bist du? Sent in by a friendly reader. Thank you! Translation: Kathrin Enke) The other day, I got a call from a friend who was worried about her father. A dementia sufferer, he is used to going to church several times a day to pray the Rosary. Faith is an important anchor in his daily routine, particularly now that he has been widowed. Suddenly the church is closed. He does not know why, he does not know where to go, and he is constantly having to be prevented from setting…

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Twitterblüten

BPoc - Keine Sorge, kein neuer Virus, sondern nur die offenbar aktuell gültige antiracial-Formulierung für schwarze und farbige Mensche mit Rassismuserfahrung. #Servicetweet aus der Kategorie #UnnützesWissen https://t.co/wQof6PGswO— Birgit Kelle (@Birgit_Kelle) April 6, 2020

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Twitterblüten

Guter Plan, beginnen wir mit dem verschwundenen SED-Vermögen der Partei @dieLinke pic.twitter.com/Q2GlcMLwHn— Birgit Kelle (@Birgit_Kelle) April 2, 2020

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Kirche, wo bist du?

Eine Freundin meldete sich dieser Tage mit großen Sorgen: Ihr dementer Vater ging bisher mehrfach täglich zur Kirche, betete den Rosenkranz, der Glaube ist wichtiger Anker in seinem Tagesablauf, vor allem, da er auch noch seit kurzem Witwer ist. Jetzt hat die Kirche zu, er versteht nicht warum, weiß nicht wohin, ständig muss man ihn davon abhalten, zur Kirche aufzubrechen. Szenen aus einem Dorf in Bayern. Es ist Palmsonntag, aber „Das Brot des Lebens“ wird in Deutschland nicht ausgegeben, hat widerstandslos die Jalousien dicht gemacht. Ich schreibe diesen Text für eine Zeitung. Er wird nicht gedruckt. Man fürchtet den Unmut…

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Freier Tod für freie Bürger?

Es ist nur ein kleiner Schritt vom „Recht zu Sterben“ hin zur Pflicht zu sterben. Der „Freie Tod für freie Bürger“ ist eine Illusion jener, die denken, man könne die Büchse der Pandora nach Belieben öffnen und wieder schließen.  Die heutige Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes, eine geschäftsmäßige Beilhilfe zur Selbsttötung sei verfassungsgemäß und müsse also unter strengen Auflagen auch in Deutschland erlaubt werden, ist in Wahrheit ein ethischer Dammbruch, dessen Konsequenzen wir in ein paar Jahren als böse Quittung zu spüren bekommen werden. Der Paragraf 217StGB stellte bisher die "geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung" unter Strafe. Es ist keine Schwarzmalerei, sondern leider…

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