Ach du liebe Gött*In

Mitten in die gar nicht so recht aufkommen wollende Adventsstimmung wagt die Geschlechterdebatte einen neuen Vorstoß innerhalb der christlichen Kirchen. Diesmal betrifft es nicht die Verteilungskämpfe zwischen männlichem und weiblichem Bodenpersonal, sondern Gott und Sohn gleich selbst. Die göttliche Männlichkeit steht am Pranger. Was in der realen Welt als Dauerproblem feministisch dekonstruiert wird, kann vor dem Himmel nicht Halt machen. Der Genderstern von Bethlehem erobert also die phantasiebegabten Köpfe kirchlicher Funktionäre. Man müsse weg vom einem Gottesbild des „strafenden, alten weißen Mannes mit Bart hin zu einer Gottes*Vielfalt“ forderte pünktlich zum Krippenfest die Katholische Studierende Jugend (KSJ). Der Gott mit Gendersternchen soll dabei von seiner Männlichkeit hin zu einer Geschlechtslosigkeit führen. Es ist nur ein kurzer Weg, von der Geschlechtervielfalt zur Gottesvielfalt, wenn man erst einmal aufgehört hat sich mit Lehre, Traditionen oder gar Fakten zu belasten.
Dass mit Vater, Sohn und Heiligem Geist die Frauenquote im Himmel bei Null verharrt scheint ein ständiger Affront. Die evangelische Kirche im Berliner Bezirk Alt-Pankow hat sich deswegen der Männlichkeit Jesu zur weiteren Bearbeitung bemächtigt.  Im Gemeindebrief lernen wir unter der Überschrift „Das Jesus*Kind“, dass es sich hier nicht sicher um einen Mann handelt, er habe nur männliche Geschlechtsmerkmale vorgewiesen, und sei vermutlich zum Mann erzogen worden. Er habe seine Männlichkeit aber nie „öffentlich reflektiert“.
Ja, der arme Jesus hatte nie die Chance auf Teilnahme an einem anständigen gendertheologischen Seminar, sonst hätte er gewusst, dass seine Männlichkeit kritisch hinterfragt werden muss und die seines Vaters auch. Massenhaft wird dennoch an Weihnachten das „Vaterunser“ öffentlich in Anwesenheit von Kindern rezitiert werden, ohne zu hinterfragen, ob Gott nicht vielleicht eine Mutter war, und das Jesuskind sich bei der Zählung von Kaiser Augustus in Wahrheit als „divers“ eintragen ließ. Nun sollen wir uns bekanntlich als Christen kein Bildnis von unserem Gott machen, aber eines hoffe ich doch: Dass er Humor besitzt und Nachsicht.

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